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Antikes Olympia - Peitschenhiebe statt Roter Karte
Geschrieben von Redaktion veröffentlicht am: Montag, 04. Juni 2007

Olympia Geschichte Peitschenhiebe statt Roter Karte - nach dieser Regel wurden bei Olympischen Spielen der Antike Disziplinlosigkeiten von Sportlern geahndet.

Dies geht aus dem Fund einer mehr als 1800 Jahre alten Marmorplatte mit Spielregeln des römischen Kaisers Hadrian (Imperator von 117-138 nach Christus) zur Durchführung von sportlichen Wettbewerben wie den Olympischen Spielen in Athen hervor.

Die Inschrift wurde von Mitarbeitern der Uni Münster unter der Leitung des Althistorikers Prof. Dr. Elmar Schwertheim entschlüsselt. Dessen Team hatte die Platte 2003 in der antiken Metropole Alexandria Troas in der West-Türkei auch entdeckt. Die Marmorplatte enthält detaillierte Anweisungen an die Städte des Imperiums zum korrekten Ablauf der reichsweiten Spiele, darunter auch der Olympischen Spiele in Athen. Die Spiele der Antike wurden von 776 vor bis 393 nach Christus durchgeführt. Im Jahr 1896 fanden dann in Athen die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt.

Sorge um regelgerechte Auszahlung der Prämien

Der 90-zeilige Inschrifttext besteht aus drei Briefen des Kaisers Hadrian, in denen er sich im Jahr 133/134 n. Chr. an die Vereinigung der reisenden Theaterkünstler wandte. In diesen Schreiben erlässt der römische Imperator Regelungen zur Durchführung der antiken athletischen wie musischen Wettspiele. Hadrians größtes Anliegen bestand in der regelgerechten Auszahlung der Siegerprämien an die teilnehmenden Wettkämpfer durch die Veranstalter der Spiele. Offensichtlich war es dabei zu Unregelmäßigkeiten gekommen, indem die ausrichtenden Städte Siegergelder veruntreuten oder eigenen Zwecken zuführten.

Aber auch die Wettkampfteilnehmer werden in den Erlassen bedacht: Undiszipliniertes Verhalten der Sportler und Musiker wird mit Peitschenhieben geahndet, wobei jedoch darauf geachtet werden soll, dass die Athleten in ihrer weiteren Sport- und Berufsausübung nicht beeinträchtigt werden durften. Die 1,81 m mal 0,90 m große Inschriftplatte, die in 16 Fragmenten geborgen wurde, zierte ursprünglich die Wand einer großen Säulenhalle des 1. bis 5. Jahrhunderts n. Chr. im Zentrum von Alexandria Troas.

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