Kultur Die Staatspräsidenten Griechenlands und Italiens haben heute eine große Ausstellung zurückgegebener Kulturschätze in Athen eingeweiht. Beide Staaten fordern weitere Exponate aus dem Ausland zurück. Unter dem Titel „Nostos“ (Heimkehr) zeigt die Schau im halbfertigen Neubau des Akropolis-Museums zahlreiche Exponate, die Museen aus der ganzen Welt wieder in griechischen und italienischen Besitz übergeben haben. Auch ein Fragment des Frieses des Parthenon („Jungfrauengemach“), eines der berühmtesten noch existierenden Baudenkmäler der griechischen Antike, findet sich unter den Ausstellungsstücken. Das Museum der süditalienischen Stadt Palermo hatte es erst vor kurzem freigegeben.



Mit der feierlichen Einweihung dringen Athen und Rom nach Medienberichten auf die Rückgabe weiterer Kulturschätze. So soll auch Großbritannien die übrigen Teile des Parthenon-Frieses zur Verfügung stellen. 56 der 96 Platten des Frieses befinden sich im Britischen Museum in London. Nach Angaben des griechischen Kulturministeriums hat inzwischen auch der Vatikan angekündigt, Athen zwei kleine Fragmente des Parthenon-Frieses zu überlassen.

Für den April des kommenden Jahres planen die griechischen Kulturbehörden die Eröffnung des fertiggestellten Akropolis-Museums. Spätestens dann gebe es keinen Grund mehr für die Briten, die Fries- Platten zurückzuhalten, hieß es. Anderenfalls wollen die Griechen die fehlenden Teile zwischen den echten als verschwommene Duplikat- Hologramme präsentieren. Der britische Botschafter im damaligen Konstantinopel (Istanbul), Lord Elgin, hatte Anfang des 19. Jahrhunderts die am besten erhaltenen Elemente des Parthenons demontieren und nach England bringen lassen. Athen fordert seit mehr als einem Vierteljahrhundert deren Rückgabe.