Dienstag, 27. Juni 2017 18:36 - - - 4 User online

Computer aus der Antike gibt Rätsel auf
Geschrieben von Redaktion veröffentlicht am: Sonntag, 25. Juni 2006

Athen-Geschichte

Jetzt durchleuchtet: Die mit 2000 Jahren älteste Rechenmaschine der Welt

Es hat die Größe eines Schuhkartons, ist aus Bronze und stellt die Forschung seit Jahrzehnten vor Rätsel: Jetzt beginnen Forscher, dem mysteriösen "Mechanismus von Antikythera" seine Geheimnisse zu entlocken. Mit einem acht Tonnen schweren Scanner haben sie das Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte Gerät durchleuchtet - und es als älteste astronomische Rechenmaschine der Welt identifiziert.


Mehr als zweitausend Schriftzeichen wurden von den Forschern mit der neuen Methode freigelegt und weitgehend entziffert, berichtet der griechische Physiker Iannis Bitsakis. Damit seien jetzt rund 95 Prozent des Textes bekannt. Mehr als hundert Jahre nach ihrer Entdeckung in einem gesunkenen römischen Schiff vor der griechischen Insel Antikythera gibt die Maschine nach und nach ihre Geheimnisse preis.

Der Riesenscanner enthüllte das Innenleben des Mechanismus, der aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert stammt: Fünf Ziffernblätter, bewegliche Zeiger und dreißig Zahnräder, die vermutlich mit einer Kurbel bedient wurden, entdeckten britische und griechische Forscher. Das aus drei Bronze-Fragmenten bestehende Gerät "muß eine Seltenheit, wenn nicht sogar ein Unikat sein", glaubt Astrophysiker Xenophon Moussas. Daß es sich um einen astronomischen Rechner handeln müsse, hatte schon eine erste große Studie in den 60er Jahren vermutet. Demnach konnten mit der Maschine wahrscheinlich Positionen von Sternen errechnet werden, auf jeden Fall die von Mond und Sonne, sowie vielleicht sogar astronomische Erscheinungen vorausberechnet werden. "Das Puzzle, das wir zusammensetzen müssen, hat sehr viel mit den Kenntnissen in Astronomie und Mathematik in der Antike zu tun", sagt Moussas. "Vielleicht wird dieser Apparat einige Kapitel der antiken Geschichte neu schreiben." Auch Bitsakis sieht die größte Herausforderung darin, "den Mechanismus in einen wissenschaftlichen Zusammenhang zu bringen. Er kommt für uns wie aus dem Nichts und widerspricht den vorherrschenden Thesen über die geringen technischen Kenntnisse der griechischen Antike".

Dabei helfen sollen auch Untersuchungen an anderen Gegenständen, die mit dem Apparat auf dem gesunkenen römischen Schiff gefunden wurden. Reisen muß der Mechanismus für die Forschungen nicht: Er ist im Archäologischen Museum in Athen ausgestellt, und welche Untersuchungen auch immer an ihm vorgenommen werden sollen - sie werden so organisiert, daß das wertvolle Stück nicht beschädigt wird.

Mehr Infos unter: http://www.antikythera-mechanism.gr/

Computer aus der Antike gibt Rätsel auf

Keine anonymen Kommentare möglich, bitte zuerst anmelden

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.


Linkempfehlung

Diesen Artikel weiter empfehlen:

Einstellungen

Druckbare Version Diesen Artikel an einen Freund senden

Artikel Bewertung
Ergebnis: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich die Zeit und bewerten diesen Artikel
Excellent
Sehr gut
Gut
Okay
Schlecht

Verwandte Links
Der meistgelesene Artikel zu dem Thema Athen-Geschichte
Seitenerstellung in 0.1838 Sekunden, mit 40 Datenbank-Abfragen