Mythologie

Anfang des 19. Jahrhunderts war Athen ein unbedeutender Marktfleck.
Mit dem einzigen Unterschied, zu anderen unbedeutenden Marktflecken, dass es einen bedeutenden Namen trug.

Für den bayrischen Otto den I., der seinerzeit als König Einzug in Griechenland hielt, muss es schwer vorstellbar gewesen sein,
dass sich einst Götter um die Ehre stritten, diesem Kaff ihren Namen zu geben.

Athene und Poseidon hießen die beiden Konkurrenten.

Zwischen Athine – so wird der Name griechisch ausgesprochen – und Poseidon war die damalige Bevölkerung hin und her gerissen.

Die Quelle, die Poseidon in diesem Wettstreit auf der Akropolis aus dem Boden zauberte, beeindruckte.
Der Olivenbaum, den Athene daneben setzte, siegte.
Und als die Athener in den heißen Sommern der späteren Zeit mitunter zweifelten, ob Wasser nicht womöglich
die bessere Wahl gewesen wäre als ihr heißgeliebtes (und kaltgepresstes) Olivenöl, war der Preis schon vergeben.

Um sich vor den Vorwürfen der Fehlentscheidung zu schützen, einigte man sich allgemein darauf,
die Quelle des Poseidon hätte ohnehin nur salziges Wasser gespendet........