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28. Oktober - Nationalfeiertag (Jahrestag des "NEIN")
Geschrieben von Redaktion veröffentlicht am: Sonntag, 28. Oktober 2007

Athen-Geschichte Der 28. Oktober ist einer der beiden höchsten griechischen Nationalfeiertage und wird selbst im kleinsten Dorf mit patriotischer Ehrfurcht begangen, wobei es eine moralische Bürgerpflicht darstellt, schon am Vortag eine griechische Flagge herauszuhängen.

Streng obligatorisch ist die Teilnahme an Schulparaden, bei denen von Vorschulen bis hin zu höchsten Bildungsstätten alle Schüler in klassenweise militärischer Formation unter Führung des Fahnenträgers den Paradepaarcour abmarschieren müssen. Je nach lokaler Existenz und Verfügbarkeit nehmen Militär, Veteranen, Sicherheitskräfte, einschlägige Verbände und Organisationen etc. an der Parade teil, die von militärischen, politischen, staatlichen, geistlichen, lokalen etc. Amts- und Würdenträgern jeder Couleur abgenommen wird. In größeren Städten (insbesondere Athen und Thessaloniki) finden pompöse Militärparaden statt.

Historischer Hintergrund:

Am 28. Oktober 1940 beschied der damalige griechische Diktator Metaxas das Ultimatum Mussolinis, die italienischen Truppen nach Griechenland einziehen zu lassen, mit dem historischen "Nein" (griechisch: "óchi"). Faktisch trat Griechenland damit in den 2. Weltkrieg ein. Es mag dahingestellt bleiben, ob dieses "Nein" des Diktators Metaxas wirklich den Willen des griechischen Volkes ausdrückte, zumal niemand wirklich geglaubt haben wird, dass Griechenland die deutsche Kriegsmaschine hätte stoppen können. Immerhin verzögerte der erbitterte Widerstand der griechischen Truppen den Vormarsch über den Balkan jedoch um etliche Monate, was sich schließlich auf den gesamten weiteren Verlauf des 2. Weltkriegs insbesondere an der Ostfront auswirkte.

Diese Fakten sind allerdings lange nicht allen Griechen bekannt: konkrete Fragen werden durch alle Altersklassen hindurch zum Teil objektiv falsch, ausweichend oder mit plumpen Phrasen beantwortet, und die Feierlichkeiten prägt eine tumbe nationalistische Atmosphäre. Kritiker beklagen, dass bei der "nationalen Geschichtsschreibung" anstatt historischer Fakten glorifizierende Interpretationen in den Vordergrund gerückt werden und diese subjektive Form des geschichtlichen (Selbst-) Verständnisses nicht zuletzt auch an den Schulen gelehrt wird.

28. Oktober - Nationalfeiertag (Jahrestag des "NEIN")

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