
Griechenland hat nach Abschluss eines langwierigen Rechtsstreits
die Rückgabe von sechs Antiquitäten aus London erreicht und damit einen weiteren Schritt in seinen fortwährenden
Bemühungen um die Rückführung von Kulturgütern getan, die illegal aus seinem Hoheitsgebiet entfernt wurden.
Zu den Artefakten gehören ein attisches Marmor-Votivrelief aus dem vierten Jahrhundert v. Chr. und fünf kleine Bronzefiguren. Sie befanden sich im Besitz der derzeit in Liquidation befindlichen Firma Robin Symes Limited und stehen in Verbindung mit illegalen Antiquitätenhandelsnetzwerken, die in den vergangenen Jahrzehnten operierten.
Griechenlands Antrag auf Rückführung wurde 2006 gestellt und ist Teil umfassenderer rechtlicher Schritte, die bereits zur Rückgabe von Hunderten von Artefakten aus demselben Unternehmen geführt haben, zuletzt im Mai 2023.
„Die Rückgabe des Votivreliefs und der Bronzefiguren ist Teil einer konsequenten Strategie, die in den letzten Jahren zu greifbaren Ergebnissen geführt hat, wobei bereits Hunderte von Objekten zurückgeführt wurden“, sagte Kulturministerin Lina Mendoni.

Das Marmorrelief mit den Maßen 52 x 92 Zentimeter zeigt die Göttin Artemis und trägt eine Inschrift, die es als Weihegabe an Artemis Munychia ausweist.
Nach Angaben des Kulturministeriums stammt das Relief aus dem Heiligtum der Artemis Munychia, das sich auf der Südseite des antiken Hafens von Munychia im heutigen Piräus befand. Skulpturale Funde aus diesem Heiligtum sind selten, was das Relief zu einem besonders bedeutenden Beispiel für diese Stätte macht.
Die fünf Bronzefiguren – drei männliche und zwei weibliche, jeweils etwa sechs Zentimeter groß – zeigen Gläubige mit erhobenen Händen, eine Geste, die üblicherweise mit Gebet oder Flehen in Verbindung gebracht wird. Solche Figuren wurden in antiken griechischen Heiligtümern typischerweise als Votivgaben dargebracht.
Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Marmorrelief und illegalem Antiquitätenhandel wurden im Archiv des italienischen Antiquitätenhändlers Gianfranco Becchina gefunden, das 2002 in Basel im Rahmen einer gemeinsamen Operation italienischer und schweizerischer Behörden beschlagnahmt wurde. Nach Angaben der griechischen Justizbehörden stammt das Objekt aus illegalen Ausgrabungen und wurde unrechtmäßig aus Griechenland entfernt.
Die zurückgegebenen Artefakte wurden in das Archäologische Museum von Piräus überführt, wo sie konserviert und weiter untersucht werden sollen.



