
Trotz der weltweiten geopolitischen Unsicherheit gewinnt der Peloponnes als Tourismusziel zunehmend an Bedeutung, auch wenn Lücken in der Infrastruktur und der strategischen Planung sein Potenzial weiterhin einschränken.
Dies betonte Dimitris Karalis, Präsident des Hotelierverbands von Messinia, während der jährlichen Neujahrsveranstaltung des Verbands – „Awaiting the Odyssey“ – in Kalamata, die mit der bevorstehenden internationalen Filmproduktion „The Odyssey“ von Regisseur Christopher Nolan in Verbindung steht, von der man sich zusätzliche Aufmerksamkeit für die Region verspricht.
Karalis bezeichnete Messinia und den gesamten Peloponnes als „aufstrebende Reiseziele“ und verwies dabei auf die Naturlandschaften, das kulturelle Erbe und die Gastronomie.
„Der Peloponnes und Messinia verfügen über alle Merkmale eines aufstrebenden Tourismusziels“, sagte Karalis. „Um dieses Potenzial in messbare Ergebnisse umzusetzen, sind koordinierte Maßnahmen der Zentralregierung, der lokalen Behörden und der Interessengruppen aus dem öffentlichen und privaten Sektor erforderlich.“
Griechenlands Position in der internationalen Tourismusnachfrage

Karalis stellte seine Ausführungen in einen internationalen Kontext und untersuchte die Auswirkungen der anhaltenden geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Belastungen auf den Tourismus. Er stellte fest, dass die Unsicherheit weiterhin das verfügbare Einkommen und die Reisestimmung beeinträchtigt. Dennoch bleiben die Aussichten für den globalen Tourismus positiv.
Basierend auf internationalen Daten wird für 2026 ein Wachstum der globalen Tourismusaktivitäten um 3 bis 4 Prozent erwartet, vorausgesetzt, die wirtschaftlichen Bedingungen bleiben günstig und die geopolitischen Spannungen eskalieren nicht.
In diesem Umfeld verzeichnet Griechenland weiterhin eine starke Nachfrage im internationalen Tourismus.
Unter Berufung auf Daten von INSETE, der Forschungsabteilung des griechischen Tourismusverbandes (SETE), sagte Karalis, dass das Land nach wie vor zu den beliebtesten Reisezielen im Mittelmeerraum zählt und in wichtigen Quellmärkten wie Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien eine hohe Beliebtheit genießt.
Der Peloponnes als aufstrebendes Reiseziel

Laut Karalis bietet diese starke nationale Nachfrage günstige Voraussetzungen für den Peloponnes, der eine Kombination aus natürlicher Schönheit, kulturellen Schätzen, Gastronomie und authentischen Tourismuserlebnissen zu bieten hat.
„Dieses Potenzial ist jedoch noch nicht voll ausgeschöpft“, sagte er und fügte hinzu, dass weiterhin strukturelle Schwächen bestehen.
Er wies auf das Fehlen einer langfristigen strategischen Planung und Verzögerungen bei wichtigen Infrastrukturprojekten hin, darunter der Ausbau von Flughäfen und die Anbindung an das Straßennetz.
Diese Mängel, so Karalis, schränkten das Wachstum des Tourismus weiterhin ein und beeinträchtigten die Lebensqualität der Einwohner, der Tourismusfachleute und der Besucher.
Wandel hin zu thematischem und ganzjährigem Tourismus

Karalis betonte die Notwendigkeit, sich von einem auf den Sommer ausgerichteten Massentourismusmodell zu lösen.
Das künftige Wachstum sollte sich seiner Meinung nach auf thematischen und ganzjährigen Tourismus konzentrieren – darunter Agrotourismus, Kulturtourismus, Wellness, Luxus, Ökotourismus, Wandern und Meeresaktivitäten –, der in der Regel zu längeren Aufenthalten und höheren Ausgaben führt.
Darüber hinaus betonte er, dass eine nachhaltige Entwicklung auch einen klaren Rechtsrahmen erfordert, um die steigenden Kosten in der Lieferkette und die Ausweitung von Kurzzeitvermietungen zu bewältigen und Unternehmen, Gastgewerbe, Gastronomie und den Primärsektor zu schützen.





