Vagia

„Vagia auf Ägina: Das malerische Fischerdorf am Saronischen Golf, in dem Geschichte, Mythos und Literatur miteinander verschmelzen“
Vagia ist eine der malerischsten und geschichtsträchtigsten Küstensiedlungen auf Ägina.

Es liegt im nordöstlichen Teil der Insel. Seine Geschichte reicht von der Antike bis in die Neuzeit.
Das Dorf verbindet auf einzigartige Weise Mythos, Archäologie und moderne griechische Literatur.


Der Name des Ortes birgt seine ganz eigenen Geschichten.
Die vorherrschende Version verbindet den Namen mit den „Vagia“ (Palmenzweige). Laut Aussagen in dem Buch „Die engen Schuhe“ von Georges Saris stand vor 1935 eine symbolträchtige Palme an der Küste. Dieser Baum wurde schließlich von einem heftigen Sturm entwurzelt.
Andere Einheimische bevorzugen eine poetischere Deutung. Sie bringen den Namen aufgrund der unvergleichlichen Schönheit der Naturlandschaft mit dem Wort „Magie“ in Verbindung.
Vagia war im Laufe der Zeit stets ein Ort von strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung.
Ausgrabungen in der weiteren Umgebung haben Siedlungsreste und Gegenstände zutage gefördert. Die Funde belegen eine kontinuierliche Besiedlung seit der Antike.

Die Siedlung liegt in unmittelbarer Nähe des berühmten Tempels der Aphaia, einer der bedeutendsten archäologischen Stätten Griechenlands.
Der kleine, windgeschützte Hafen diente als Zugangstor und Handelsstützpunkt für den nördlichen Teil der Insel.
Aufgrund seiner geografischen Lage an der Mündung des Saronischen Golfs war das Gebiet während des Zweiten Weltkriegs für die Besatzungsmächte von strategischer Bedeutung. Die Deutschen hatten dort Wachposten und Minenfelder eingerichtet.
Die Ereignisse der Besatzungszeit und die Geschichten der Einheimischen bildeten die Grundlage für die kulturelle Aufwertung des Dorfes.

Vagia wurde durch den Kinderbuchklassiker „Der Schatz von Vagia“ der bedeutenden griechischen Schriftstellerin Zorba Sari. Die Autorin verbrachte dort ihre Sommer, als das Dorf noch aus nur sechs Häusern und einer Kirche bestand.
Zorz Saris Inspiration für den Roman „Der Schatz von Vagia“ war eine echte Schatzsuche, die sie selbst auf Ägina mit ihren Kindern und deren Freunden gespielt hatte.
Das Buch entstand 1969 während der Diktatur, als die Autorin (die auch Schauspielerin war) aufgrund ihres passiven Widerstands gegen die Junta arbeitslos wurde.
Um die Kinder kreativ zu beschäftigen, entwickelte sie dieses Spiel, das später zu ihrem ersten Buch wurde.
Alle Hauptfiguren des Buches sind die echten Kinder von Zorba Saris und ihre Freunde (wie Alexis und Lina), während alle Landschaften, die Wege und das Haus der Familie Chaldaios in Vagia auf Ägina, tatsächlich existieren.
Ausgehend von den intensiven Erinnerungen der Autorin an die Zeit der Besatzung und den wahren Geschichten der Inselbewohner wird die Geschichte des deutschen Soldaten Hans erzählt, der während der deutschen Besatzung im Jahr 1943 in Vagia untergebracht war, Goldmünzen von der Familie Chaldaios stahl und anschließend durch eine Mine verletzt wurde, woraufhin er sein Gedächtnis verlor.
Im Laufe ihrer Ermittlungen überwinden die Kinder Gefahren und decken die Wahrheit auf. Das Werk verbindet auf ideale Weise kindliche Unschuld mit den harten historischen Ereignissen.
Das Buch wurde 1984 mit großem Erfolg für das griechische Fernsehen verfilmt. Die Serie machte die Schönheit und die Geschichte des Dorfes in ganz Griechenland bekannt.

Trotz der touristischen Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat Vagia ihren Charakter bewahrt: Der malerische kleine Hafen mit den traditionellen Fischerbooten und der große Sandstrand sind die Hauptattraktionen.
Die malerischen kleinen Kirchen der Heiligen Paraskevi und der Verklärung des Erlösers schmücken die Gegend.
Vagia ist nicht nur ein touristisches Reiseziel auf Ägina, sondern ein lebendiger Ort der Erinnerung und der natürlichen Schönheit.
Von den antiken Pfaden der Aphaia bis hin zu den Seiten von Georges Sarris strahlt dieses kleine Fischerdorf weiterhin seinen ganz eigenen, ruhigen Zauber aus.

Für den heutigen Besucher ist ein Spaziergang durch den kleinen Hafen bei Sonnenuntergang ein Versprechen, ins authentische Griechenland zurückzukehren – dorthin, wo die Zeit langsamer vergeht und die Geschichten der Vergangenheit mit dem Rauschen des Meeres verschmelzen.

Athen Magazin bedankt sich für den tollen Artikel

Copyright für Text und Foto bei Dionysis Papadimitriou
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Der original Artikel in griechisch ??? klick hier