
"Auf den Flügeln der Zwischenkriegszeit: Aegina im Jahr 1930 in einem historischen Foto"
Ein seltenes Foto, das in den digitalisierten Sammlungen von ELIA aufbewahrt wird, versetzt uns in das Griechenland der 1930er Jahre.
Die Luftaufnahme mit dem Originaltitel „AIGINA. Blick auf die Stadt und den Hafen“ (Objekt-ID: L177.15), ist ein einzigartiges Dokument der Zwischenkriegszeit, das die Entstehung der Luftfahrt mit der historischen Geografie des Saronischen Golfs verbindet.
Im linken Teil des Bildes stehlen die Flügel und Stützen eines Doppeldeckers die Show.
Es handelt sich nicht einfach um einen technischen Fehler des Fotografen, der ins Bild geraten ist, sondern um das Medium selbst, das diese Aufnahme erst ermöglicht hat.
In den 1920er und 1930er Jahren wurden Flugzeuge dieser Art in Griechenland systematisch für militärische Aufklärungs- und Kartierungszwecke, für Postbeförderungen zur Verbindung der Hauptstadt mit der Provinz und den Inseln sowie sowie für journalistische Einsätze, wobei Zeitungen jener Zeit Flugzeuge charterten, um bisher unbekannte Bilder des Landes aus der Luft festzuhalten.
Unter den Flügeln des Flugzeugs breitet sich die Stadt Ägina aus und zeigt ihre Siedlungsstruktur, wie sie vor dem Tourismusboom der folgenden Jahrzehnte aussah.
Im Mittelpunkt steht der Hafen, der von seiner charakteristischen Mole geschützt wird und in dem ein Segelschiff aus jener Zeit zu erkennen ist.
Der Stadtgrundriss bewahrt noch immer die Klarheit der Kapodistrias-Zeit, wobei sich niedrige Herrenhäuser entlang der Küstenpromenade erstrecken.
Das Landesinnere präsentiert sich überwiegend ländlich, voller Anbauflächen, was den primären Charakter der Wirtschaft der Insel in jenen Jahren verdeutlicht.
Dieses Foto, das im Allgemeinen Archiv des 20. Jahrhunderts von ELIA aufbewahrt wird, geht über die Grenzen einer einfachen Postkarte hinaus.
Es handelt sich um eine Darstellung des Übergangs Griechenlands in die Moderne, in der die Luftfahrttechnik auf das Bedürfnis nach Kartierung und Bewahrung des nationalen Gedächtnisses trifft.
Athen Magazin bedankt sich für den tollen Artikel
Copyright für Text und Foto bei Dionysis Papadimitriou
Facebook: Dionysis Papadimitriou
Der original Artikel in griechisch ??? klick hier


