
„Die Benakis von Ägina: Eine Reise durch das vergessene ‚Geisterdorf‘ des Saronischen Meeres“
Benakides ist eine alte, verlassene traditionelle Siedlung auf Ägina.
Heute ist dieses Dorf ein stiller Zeuge der Vergangenheit, versteckt inmitten der wilden Natur der Insel.
Für Liebhaber der Geschichte und des Wanderns birgt die Gegend ein besonderes Interesse, da ihr Schicksal untrennbar mit dem Kampf der früheren Einwohner von Aegina um Überleben, Sicherheit und Abgeschiedenheit verbunden ist.

Die Siedlung liegt auf einer Höhe von etwa 320 Metern. Geografisch gesehen befindet sie sich nördlich der bekannten Dörfer Lazarides und Anitsaio, an einem privilegierten, aber schwer zugänglichen Standort. Dieser Standort wurde nicht zufällig gewählt, sondern ermöglichte den Bewohnern einen Panoramablick auf den Saronischen Golf, sodass sie die Seewege überwachen konnten, ohne selbst sichtbar zu sein.
In byzantinischer Zeit und während der osmanischen Herrschaft wurde der Saronische Golf von ständigen und gewalttätigen Piratenüberfällen heimgesucht. Die Einwohner von Ägina waren gezwungen, die fruchtbaren, aber ungeschützten Küstengebiete zu verlassen, um ihr Leben zu retten.
Sie zogen sich ins geschützte Hinterland und in die Bergregionen der Insel zurück und gründeten dort kleine, verstreut liegende und provisorische Siedlungen.
Diese Gemeinschaften hatten einen familiären Charakter. Sie wurden nach der vorherrschenden Familie (dem „Soi“) benannt, die sich dort niedergelassen hatte. So entstanden Dörfer wie die Benakides (nach der Familie Benaki), die Giannakides, die Kanakides, die Aposporides, die Kapotides und die Margaronides.
Benakis war eine reine Agrar- und Viehzuchtsiedlung, in der der Alltag von harter Arbeit und Isolation geprägt war. Die Bewohner lebten von der Primärproduktion.
Sie legten das unfruchtbare, abschüssige Gelände in Terrassen (die sogenannten „Stufen“) an, um das Nötigste anzubauen.
Sie hielten Tiere, die ihnen Milch, Fleisch und Wolle lieferten.

Ihre Häuser waren niedrig, schlicht und aus Stein. Sie wurden ausschließlich aus lokalen Materialien (Stein und Lehm) erbaut, um sich vollständig in die karge Landschaft einzufügen.
Das Ziel war ein doppeltes: Materialersparnis und Schutz vor den Blicken der Piraten.
Der Countdown für die Benakis begann mit der Befreiung Griechenlands und der endgültigen Zerschlagung der Piraterie. Die Notwendigkeit, sich in den Bergrefugien zu verstecken, bestand nicht mehr.
Die Bewohner begannen nach und nach, die rauen Lebensbedingungen in den Bergen hinter sich zu lassen. Auf der Suche nach einer besseren Lebensqualität zogen sie an die Küste oder in größere, besser erreichbare Dörfer der Region, wie beispielsweise Anitsaio und Lazarides.
Die Siedlung leerte sich, die Häuser standen leer, und die Natur begann nach und nach, ihren Platz zurückzuerobern.
Heute sind die Benakis-Häuser zusammen mit anderen verlassenen Siedlungen in der Umgebung, wie beispielsweise Freatsi, lebendige Denkmäler der Landschaft von Ägina.
Die Gegend hat sich zu einem beliebten Ziel für Wanderer, Naturliebhaber und Fotografen entwickelt. Alte, gepflasterte Pfade verbinden diese abgelegenen Siedlungen miteinander und bieten eine Route, auf der man die wilde Schönheit der Insel in vollen Zügen genießen kann.

Die halb verfallenen Steingebäude, die Trockenmauern und die alten Zisternen stehen dort, um die Besucher an die traditionelle Lebensweise, die Widerstandsfähigkeit und die Geschichte der Menschen zu erinnern, die einst auf diesen Berggipfeln ihre Wurzeln schlugen.
Athen Magazin bedankt sich für den tollen Artikel
Copyright für Text und Foto bei Dionysis Papadimitriou
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Der original Artikel in griechisch ??? klick hier


