„Der Tempel der Aphaia auf Ägina: Ein historisches Luftbild aus dem Jahr 1958 zeigt die Anfänge der heutigen Restaurierung“

Das historische Schwarz-Weiß-Luftbild vom 5. Juli 1958 zeigt den Tempel der Aphaia auf Ägina, eines der bedeutendsten und am besten erhaltenen archäologischen Schätze der griechischen Antike, in allen Details.

Diese Aufnahme ist nicht nur von unbestreitbarem ästhetischem und dokumentarischem Wert, sondern stellt auch ein seltenes Dokument dar, da sie unmittelbar nach Abschluss der entscheidenden Restaurierungsarbeiten in den Jahren 1956–1957 entstanden ist.

Dieses Projekt, das den Grundstein für das heutige Erscheinungsbild des Denkmals legte, wurde von zwei herausragenden Persönlichkeiten der griechischen Architektur und Archäologie gestaltet: Anastasios Orlandos und Efstathios Stikas.

Mitte des 20. Jahrhunderts war es dringend notwendig, den Tempel zu sichern und zu schützen. Der Tempel, der um 500–490 v. Chr. aus lokalem Porolith erbaut worden war, hatte im Laufe der Jahrhunderte erhebliche Schäden erlitten und wurde 1811 durch die Plünderung seiner einzigartigen Skulpturen an den Giebeln irreparabel beschädigt.

Diese Skulpturen gelangten in die Skulpturensammlung in München, wo sie bis heute ausgestellt sind.

Die Restaurierungsmaßnahmen von Orlandos und Stika erwiesen sich als Rettungsanker für das Denkmal.

Die Säulen, die aufgrund von Verwitterung und seismischer Aktivität einzustürzen drohten, wurden verstärkt.

Vereinzelte Teile (Säulen, Kapitelle), die auf dem Boden rund um den Tempel gefunden wurden, wurden identifiziert und nach der wissenschaftlichen Methode der Restaurierung wieder an ihrer ursprünglichen Stelle angebracht.

Die innere zweigliedrige Säulenreihe, eines der herausragendsten architektonischen Merkmale des Tempels, wurde erhalten und zur Geltung gebracht.

Die Aufnahme aus dem Jahr 1958 bietet einen seltenen Panoramablick, der die Verbindung des Heiligtums mit der unberührten Landschaft jener Zeit offenbart.

Die Kirche thront imposant auf der Spitze des Hügels. Die Klarheit ihrer Linien und ihre korrekte geometrische Struktur zeugen vom Erfolg der gerade abgeschlossenen Bauarbeiten.

Im unteren Bereich ist die dichte Vegetation des Hügels zu erkennen, während sich im Hintergrund das Relief der Landschaft von Ägina mit den traditionellen Terrassen und Anbauflächen erstreckt.

Dieses Bild zeigt eine Insel Ägina, die ihren ländlichen und natürlichen Charakter noch unverändert bewahrt hatte, bevor es zur späteren touristischen Entwicklung kam.

Genau von diesem strategischen Punkt aus, auf einer Höhe von 160 Metern, bietet der Tempel einen direkten Blick auf das Sounion und die Akropolis von Athen und bildet so das berühmte gedankliche gleichschenklige Dreieck der Antike.

Die Ausgrabungen der Jahre 1956–1957 bildeten die Grundlage für alle späteren archäologischen Untersuchungen (wie beispielsweise jene des Deutschen Archäologischen Instituts in den 1960er- und 1970er-Jahren).

Dank dieser rechtzeitigen Restaurierung sind heute noch 25 der ursprünglich 32 dorischen Säulen des Aphaia-Tempels erhalten.

Dieses Foto ist nicht nur eine Dokumentation der Vergangenheit, sondern hält den Moment fest, in dem die moderne Wissenschaft auf die antike Pracht traf und so dafür sorgte, dass das Denkmal für künftige Generationen lebendig bleibt.

Textredaktion: Dionysis Papadimitriou

Quellen: Kulturministerium, Nationale Technische Hochschule Athen, GYS.

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Übersetzung: Athen Magazin