E/C-O/C "Solonaki II

"E/C-O/C "Solonaki II": Die rasante Legende des Saronischen Golfs der 1960er Jahre"

Anfang der 1960er Jahre befand sich die griechische Küstenschifffahrt in einer Phase des tiefgreifenden Wandels und der Modernisierung.

Die Notwendigkeit einer schnellen und zuverlässigen Verbindung zwischen der Hauptstadt und den nahegelegenen Inseln führte zur Entwicklung einzigartiger Schiffsmodelle. Zu diesen gehörte auch das Passagier- und Autofährschiff (E/G – O/G) „Solonaki II“ stach sofort hervor und zog mit ihrer für damalige Verhältnisse ungewöhnlichen, aerodynamischen Silhouette alle Blicke in den Häfen von Piräus und im Saronischen Golf auf sich.

Wie das historische Foto zeigt, glich die „Solonaki II“ keinem anderen herkömmlichen Schiff ihrer Zeit.

Es wies ein besonders langgestrecktes, niedriges Profil auf, wobei sich der Aufbau (die Brücke und die Passagiersalons) im hinteren Teil des Schiffes (am Heck) befand. Der lange, offene Bug verlieh ihr den Anschein eines überdimensionalen Schnellboots – eine Designphilosophie, die die Ästhetik sportlicher Freizeitboote mit den praktischen Anforderungen eines Fährschiffs verband.

Das Schiff wurde hauptsächlich auf der historischen und äußerst beliebten Strecke Piräus – Ägina – Methana – Poros eingesetzt. Zu jener Zeit war der Argosaronische Raum das beliebteste Ausflugsziel der Athener, und der Wettbewerb zwischen den Reedereien war intensiv.

Die „Solonaki II“ erlangte sofort den Ruf, die „Rakete der Linie“ zu sein. Es war ein für die Verhältnisse der Mitte des 20. Jahrhunderts außergewöhnlich schnelles Schiff, da es die Strecke vom Hafen von Piräus bis nach Ägina in nur 1 Stunde und 5 Minuten zurücklegte, eine Fahrzeit, die selbst heute noch mit modernen konventionellen Schiffen als Spitzenleistung gilt.

Trotz seiner technologischen Überlegenheit in Sachen Geschwindigkeit und seiner großen Beliebtheit erwies sich seine Karriere auf dieser Strecke als kurzlebig.

Seine besonderen Konstruktionsmerkmale, bei denen die Geschwindigkeit im Vordergrund stand, schränkten wahrscheinlich seine Beförderungskapazität für schwere Fahrzeuge im Vergleich zu den größeren Fähren ein, die später die Vorherrschaft erlangten.

Nach der Durchfahrt durch den Argosaronischen Golf änderten sich sowohl die Eigentumsverhältnisse als auch das Einsatzgebiet des Schiffes. Es wurde ins Ionische Meer verlegt, wo es in „Antonios P.“ umbenannt wurde und mehrere Jahre lang den Verkehrsbedarf von Korfu deckte, wobei es weiterhin seine Dienste für die griechische Schifffahrt erbrachte.

Heute wird die „Solonaki II“ von Liebhabern der Seefahrtsgeschichte als Symbol einer romantischen, aber auch kühnen Epoche gewürdigt.

Durch Schwarz-Weiß-Fotos wie dieses versetzt das Schiff die älteren Generationen immer wieder in die Erinnerungen an ihre ersten Sommerausflüge zurück und erinnert die Jüngeren an das reiche und oft unbekannte Erbe der griechischen Küstenschifffahrt.

Text: Dionysis Papadimitriou

Copyright für Text und Foto bei Dionysis Papadimitriou
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Übersetzung: Athen Magazin