Christos Grigoriou „Goumenos

"Christos Grigoriou „Goumenos“: Die symbolträchtige Persönlichkeit, die den Hafen von Ägina geprägt hat"

Ein Rückblick auf die Jahre der Authentizität, anhand der Geschichte des Mannes, der seinen Namen mit der traditionellen Erdnuss und der volkstümlichen Seele der Insel untrennbar verbunden hat.

Jeder Ort hat seine Sehenswürdigkeiten, seine Denkmäler und seine Schönheiten. Er hat aber auch seine Menschen, jene unverfälschten Persönlichkeiten, die mit der Landschaft verschmelzen und deren Seele und Geschichte ausmachen.

Für das Aegina der vergangenen Jahrzehnte war Christos Grigoriou, besser bekannt unter seinem inseltypischen Spitznamen „Goumenos“, eine solche Symbolfigur.

Ein Straßenverkäufer, der nicht nur Waren verkaufte, sondern auch Erinnerungen, Geschmackserlebnisse und ein Lächeln verschenkte.

Wer Aegina zu jener Zeit erlebt hat, erinnert sich daran, dass „Goumenos“ wie ein Leuchtturm aus der lärmenden Menschenmenge am kleinen Kai herausragte.

Er war wie immer ganz in Weiß gekleidet – mit einem weißen Hemd und einem weißen Hut – und wartete geduldig darauf, dass das Schiff anlegte. Dort, zwischen denen, die darauf warteten, ihre Lieben zu empfangen, und denen, die sich darauf vorbereiteten, sich von der Insel zu verabschieden, war Christos Grigoriou die unveränderliche Gestalt des Hafens.

In der Hand hielt er stets sein Markenzeichen, nämlich einen eleganten kleinen Weidenkorb mit Henkel, gefüllt mit den Schätzen des Landes von Ägina.

Er kannte die Fahrpläne und Ankunftszeiten der Schiffe besser als jeder andere. Doch auch wenn der Betrieb im Hafen nachließ, ging sein Streifzug weiter.

Er schlenderte durch die malerischen, engen Gassen der Stadt und ging an den traditionellen Cafés vorbei, wobei der Duft von frisch gerösteten Nüssen in der Luft lag.

Seine Laufbahn im Hafen hatte tiefe Wurzeln. Ältere Quellen und ein symbolträchtiges Foto aus jener Zeit erinnern uns an seine ersten Schritte an der Seite seines guten Freundes Leonardo Hatzina.

Sie boten den Passanten und den ersten Urlaubern auf der Insel kühle Erfrischungsgetränke an – als ideale Ergänzung zu den erlesenen Erdnüssen.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich der „Goumenos“ zu einem lebendigen Teil der lokalen Volkskultur. Sein Produkt war der Inbegriff von Ägina. Die Erdnüsse aus Ägina, frisch geröstet, oft noch warm, nach alter, traditioneller Art mit Zitrone und Salz gewürzt, verkaufte er sie lose oder in schmalen, langen Tütchen, zusammen mit anderen lokalen Köstlichkeiten wie dem berühmten „Ypovrychio“ mit Erdnussgeschmack.

Noch bevor der Vertrieb des Produkts organisiert und in modernen Verpackungen standardisiert wurde, war es die kräftige, klare Stimme von Christos Grigoriou, die „Frische, gesalzene Erdnüsse aus Ägina!“ verkündete, die das Produkt weltweit bekannt machte.

Dieser unmittelbare, herzliche Kontakt mit den Besuchern, die gerade erst einen Fuß auf die Insel gesetzt hatten, hinterließ einen unauslöschlichen Eindruck.

Goumenos war jedoch nicht nur ein unermüdlicher Lebenskämpfer, sondern auch ein lebensfroher Mensch, ein authentischer Vertreter der Inselkultur. Wenn die Nacht hereinbrach und die Körbe leer wurden, entfaltete sich sein musikalisches Talent.

Er war ein begnadeter Löffelspieler. Auf den Bänken vor der kleinen Kirche des Heiligen Nikolaus am Hafen, wo sich die Gruppen der Einheimischen versammelten, begleitete Christos die Gitarren mit seinen Löffeln. Ihr rhythmischer Klang verlieh den lauen Sommerabenden eine ganz besondere, traditionelle Note und verwandelte ein einfaches Beisammensein in ein kleines, spontanes Fest.

Heute wirken diese Bilder fern, als stammten sie aus einem griechischen Schwarz-Weiß-Film. Die Erinnerung an Christos Grigoriou ist jedoch nach wie vor lebendig.

Er wird häufig in historischen Beiträgen über das lokale Leben auf Ägina erwähnt, während die Älteren Fotos und Geschichten über ihn in den sozialen Medien teilen und so die Erinnerung an ihn für künftige Generationen lebendig halten.

Der „Goumenos“ mit seinem weißen Hemd, dem Weidenkorb und seinem breiten Lächeln war nicht einfach nur ein Verkäufer. Er war der Inbegriff der aiginischen Gastfreundschaft.

Für alle, die das Glück hatten, ihn kennenzulernen oder ihn noch zu erleben, wird er für immer in den schönsten, nostalgischen Erinnerungen an die Insel Ägina verankert bleiben.

Text: Dionysis Papadimitriou


Copyright für Text und Foto bei Dionysis Papadimitriou
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Übersetzung: Athen Magazin