
"Hollywood auf Eseln: Als Elizabeth Taylor Aphaia „eroberte“"
Es war der 1. September 1960, als die Kamera einen der überraschendsten und historisch bedeutendsten Momente für den griechischen Tourismus festhielt.
Elizabeth Taylor, der absolute Hollywood-Star mit den berühmten violetten Augen, und ihr damaliger Ehemann, der beliebte amerikanische Sänger Eddie Fisher (Eddie Fisher), ließen den Glanz der Scheinwerfer hinter sich, um auf Ägina ein authentisches griechisches Erlebnis zu genießen.
Hinter einer großen, modischen Sonnenbrille versteckt und mit einem Strohhut auf dem Kopf erinnerte Taylor in keiner Weise an die unnahbare Diva der Filmwelt. Das berühmte Paar, das zu dieser Zeit aufgrund seiner turbulenten und skandalträchtigen Hochzeit im Mittelpunkt des weltweiten Interesses stand, entschied sich dafür, die archäologische Stätte von Aphaia als einfache, ganz normale Besucher zu besichtigen.

Auf Eseln reitend – dem einzigen Transportmittel jener Zeit für unwegsames Gelände – machten sie sich auf den steilen Weg durch den Kiefernwald.
Das Bild der weltweit führenden Schauspielerin, wie sie auf dem geduldigen Tier balanciert, ist bis heute ein dokumentarisches Foto geblieben. Es zeugt nicht nur von ihrem Besuch, sondern auch von der Qualität, der Einfachheit und der Romantik, die den Tourismus auf Ägina in jenen Jahrzehnten prägten.

Anfang der 1960er Jahre hatte ein Besuch der bedeutenden Sehenswürdigkeiten Griechenlands nichts mit dem heutigen Komfort klimatisierter Busse und asphaltierter Straßen zu tun. Es war ein kleines Abenteuer, ein Ritual, das Zeit, Mühe und körperliche Ausdauer erforderte.
Die Reise für die Besucher jener Zeit begann damit, dass zunächst die kleinen Passagierschiffe der Linienfähren oder die luxuriösen Freizeitboote im offenen Golf von Agia Marina anlegten; da es noch keine modernen Anlegestellen gab, wurden die Touristen mit Holzbooten der einheimischen Fischer an Land gebracht.
Vom großen Strand aus konnte man den Hügel mit dem antiken Tempel nur entweder zu Fuß unter der sengenden Sonne oder mit Hilfe der Tiere der Einwohner erreichen.
Obwohl das ganze Unterfangen schwierig war, beschwerte sich niemand. Als Elizabeth Taylor und Eddie Fisher schließlich den Gipfel des Hügels erreichten, war der Anblick atemberaubend.
Die einzigartige Architektur des Aphaia-Tempels, das typisch griechische Licht, das die Säulen in ein strahlendes Licht tauchte, und der Panoramablick auf den Saronischen Golf entschädigten jeden Besucher für die Strapazen des Weges.
Dieser historische Besuch, kurz bevor Taylor nach London aufbrach, um dort den legendären Film „Kleopatra“ zu drehen, markierte eine Ära, in der Ägina und Agia Marina Zufluchtsorte der weltweiten Elite waren, und bewies, dass wahrer Luxus manchmal in der reinsten Einfachheit verborgen liegt.
Text: Dionysis Papadimitriou
Copyright für Text und Foto bei Dionysis Papadimitriou
Facebook: Dionysis Papadimitriou
Übersetzung: Athen Magazin


