Armida

„‚Armida‘: Die legendäre Hexe vom Hafen von Ägina, die eine ganze Epoche geprägt hat.“

Für alle, die Aegina in den vergangenen Jahrzehnten besucht oder dort gelebt haben, ist das Bild des Hafens untrennbar mit einem bestimmten Schiff verbunden. Das historische Schiff „Armida“, benannt nach der mythischen Zauberin aus dem Renaissance-Epos, wirkte ihrerseits wie ein Magnet, der jeden verzauberte, der am alten Kai vorbeikam, und bot eines der stimmungsvollsten Erlebnisse im Saronischen Meer.

Die „Armida“ war kein gewöhnliches Boot. Ihr Rumpf war ein authentisches griechisches „Perama“, ein traditioneller Segelschiffstyp, der sein eigenes maritimes Erbe in sich trug. Doch statt für Fracht wurde ihr Deck komplett umgestaltet, um Momente der Entspannung, des Vergnügens und des Flirts zu ermöglichen.

Das Schiff, das zu einer schwimmenden Café-Bar umgebaut wurde, nutzte das Deck optimal aus: Holzstühle und -tische waren so angeordnet, dass sie den Blick auf das Meer maximierten.

Rundum traditionelle Holzgeländer, die den Charme des authentischen Bootes bewahrten.

Eine zentrale, imposante Bar auf dem Deck, die das Herzstück des Nachtbetriebs bildete.

Das Erlebnis an Bord der „Armida“ war einzigartig. Die Gäste hatten die Gelegenheit, ihren Kaffee oder ihren Drink zu genießen, während sie das leichte Schaukeln des Schiffes spürten und den Blick auf den berühmten Sonnenuntergang von Ägina richteten.

Sobald es dunkel wurde, veränderte sich die Atmosphäre. Die charakteristischen, gedämpften, romantischen Lichter, oft umrahmt von Lichterketten mit klassischen Glühbirnen, gingen an und erzeugten Reflexionen, die sich im ruhigen Wasser des Hafens spiegelten.

Es war eine Kulisse wie aus einer anderen Zeit, ideal für Gespräche, Entspannung und romantische Verabredungen.

Das bekannteste und symbolträchtigste Merkmal des Schiffes war zweifellos die beeindruckende goldene Meerjungfrauenfigur am Bug. Diese Figur wurde zum Wahrzeichen des Hafens, zum idealen Hintergrund für Erinnerungsfotos und zum bekanntesten Treffpunkt auf der Insel.

Armida

Irgendwann hinterließ die Zeit ihre Spuren am Rumpf. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters des Holzbootes und des Wartungsbedarfs wurde die „Armida“ endgültig aus dem Hafen von Ägina entfernt.

Auch wenn das eigentliche Schiff nicht mehr dort liegt, um den Steg zu schmücken, hat die „Armida“ die Insel nie wirklich verlassen. Sie lebt weiter in den Erzählungen der Einheimischen, auf den verblassten Fotos der Touristen und im kollektiven Gedächtnis als die schwimmende Bar, die die Sommer einer ganzen Generation geprägt hat.

Text: Dionysis Papadimitriou

Copyright für Text und Foto bei Dionysis Papadimitriou
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Übersetzung: Athen Magazin