Quelle: Kulturministerium

Das griechische Kulturministerium hat „Hellenic Heritage“ ins Leben gerufen, eine neue nationale digitale Plattform, die darauf abzielt, den Zugang und das Erlebnis von Besuchern zu den archäologischen Stätten, Museen und Denkmälern des Landes neu zu gestalten. Mehr als 350 Standorte sind nun in einem einzigen digitalen Rahmen zusammengefasst.

Die am Donnerstag vom Ministerium vorgestellte Initiative führt ein einheitliches digitales Portal ein, das den Zugang, das Besuchermanagement und die Besucherbindung im gesamten griechischen Kulturnetzwerk verbessern soll. Dies ist Teil einer umfassenderen Initiative zur Modernisierung des Besuchererlebnisses an einigen der wichtigsten Kulturerbestätten des Landes.

Hellenic Heritage wird durch die griechische Aufbau- und Resilienzfazilität im Rahmen des EU-Programms NextGenerationEU finanziert und ist Teil eines 27 Millionen Euro schweren Projekts, das sich auf die Entwicklung digitaler interaktiver Dienste und Inhalte für archäologische Stätten, Museen und historische Orte im ganzen Land konzentriert.

Laut Kulturministerin Lina Mendoni zielt das Projekt, das vom Ministerium über die Organisation für die Verwaltung und Entwicklung kultureller Ressourcen (ODAP) umgesetzt wird, darauf ab, den Zugang zu Stätten zu verbessern und gleichzeitig das kulturelle Erbe zu schützen.

„Dieses Projekt markiert eine neue Ära für den Schutz, den Zugang, die soziale Inklusion, die nachhaltige Entwicklung und die Förderung des kulturellen Erbes“, sagte Mendoni bei der Vorstellung der Plattform.

Ein einziges digitales Portal für kulturelle Besichtigungen

Im Zentrum des Ökosystems steht die neue Plattform hh.gr, die erstmals alle archäologischen Stätten, Museen und Denkmäler Griechenlands an einem offiziellen digitalen Zugangspunkt zusammenführt. Die Plattform hostet zertifizierte, wissenschaftlich dokumentierte Inhalte, die von den Fachabteilungen des Ministeriums erstellt wurden, und bietet Besuchern vor und während ihres Besuchs eine zentrale Informationsquelle.

In seiner Rede während der Präsentation beschrieb der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis Hellenic Heritage als eine „vorbildliche digitale Initiative“, die Technologie nutzt, um die Präsentation und den Zugang zum kulturellen Erbe zu verbessern.

„Durch Technologie, virtuelle und erweiterte Realität erhalten Besucher die Möglichkeit, auch aus der Ferne durch die Zeit und nach Griechenland zu ‚reisen’ – zu den Ereignissen und der Kunst, die sie geprägt haben”, sagte Mitsotakis und fügte hinzu, dass die Plattform so konzipiert ist, dass sie internationalen Standards entspricht und ein globales Publikum erreicht.

Ticketverkauf, Zugangsmanagement und Besuchererlebnis

 Quelle: Kulturministerium

Ein wichtiger Bestandteil von Hellenic Heritage ist die Einführung neuer digitaler Dienste, die den Besucherstrom und das Zugangsmanagement an stark frequentierten Kulturstätten verbessern sollen. Dazu gehören ein einheitliches elektronisches Ticket- und Zugangskontrollsystem für 108 archäologische Stätten und Museen sowie die schrittweise Einführung von Zeitfenstern für den Zugang an stark frequentierten Orten.

Das Ökosystem führt auch die Hellenic Heritage-Mitgliedskarte ein, die eine kostenlose Registrierung und unbegrenzten jährlichen Zugang zu den teilnehmenden Stätten bietet. Digitale Führer sowie Pilotanwendungen für Augmented und Virtual Reality werden entwickelt, um sowohl die Interaktion vor Ort als auch aus der Ferne zu unterstützen, wobei besonderer Wert auf Barrierefreiheit und Inklusion gelegt wird.

Nach Angaben des Kulturministeriums sollen das elektronische Ticketingsystem und die Mitgliedskarte bis April 2026 voll funktionsfähig sein und damit die öffentlichen Einnahmen, den Kulturtourismus und das internationale Ansehen Griechenlands fördern.

Kultur, Tourismus und Erlebniswirtschaft

 Quelle: Kulturministerium

Während der Präsentation der Plattform hob Mendoni auch die Rolle des kulturellen Erbes innerhalb der globalen „Erlebniswirtschaft“ hervor und wies darauf hin, dass archäologische Stätten und Museen nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich einen Beitrag leisten, insbesondere durch ihre Wechselwirkung mit dem Tourismus.

„Das Ministerium betrachtet archäologische Stätten als Lebensräume von sowohl materiellem als auch symbolischem Wert, die entscheidend zur Erhaltung und Verbesserung des touristischen Angebots des Landes sowie zu seiner langfristigen Entwicklung und Nachhaltigkeit beitragen“, sagte sie.

Die Initiative baut auf bestehenden Bemühungen auf, das kulturelle Erbe mit der regionalen Entwicklung zu verknüpfen, darunter Veranstaltungen, die seit 2022 an archäologischen Stätten stattfinden und lokale landwirtschaftliche Produkte und Gastronomie präsentieren.

Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit und soziale Inklusion sind in die Konzeption des Projekts eingebettet, wobei digitale Dienste die Abhängigkeit von gedrucktem Material verringern und den Zugang für Besucher mit Behinderungen bereits ab der Buchungsphase gewährleisten.

Webseite von Hellenic Heritage