
Die Europäische Kommission hat bestätigt, dass das Einreise- und Ausreisesystem (EES) der EU am 10. April voll funktionsfähig sein wird, womit die letzte Phase seiner Einführung in 29 europäischen Ländern abgeschlossen ist.
Das System, das im Oktober 2025 in Betrieb genommen wurde, wird die herkömmliche Passabstempelung durch ein digitales Register ersetzen, in dem Einreisen, Ausreisen und Einreiseverweigerungen von Nicht-EU-Bürgern, die zu Kurzaufenthalten einreisen, erfasst werden. Zudem werden biometrische Daten, darunter Gesichtsbilder und Fingerabdrücke, sowie persönliche Angaben aus Reisedokumenten erfasst.
Nach Angaben der Kommission wurden im Rahmen der schrittweisen Einführung bereits mehr als 45 Millionen Grenzübertritte in den teilnehmenden Ländern registriert, was erste Einblicke in die Leistungsfähigkeit des Systems liefert.
Stärkung der Grenzsicherheit

Das EES soll die Verwaltung der EU-Außengrenzen verbessern und die Aufdeckung von irregulärer Migration und Identitätsbetrug erleichtern. Nach Angaben der Behörden ermöglicht die Verwendung biometrischer Daten den Grenzbeamten, Personen, die unter Verwendung falscher oder mehrerer Identitäten in den Schengen-Raum einreisen wollen, leichter zu identifizieren.
Seit seiner Einführung wurde mehr als 24.000 Reisenden die Einreise verweigert, unter anderem aufgrund ungültiger Dokumente oder unzureichender Reisegründe. Das System hat zudem dazu beigetragen, Personen zu identifizieren, die als Sicherheitsrisiko gelten, sodass die Behörden deren Einreise verhindern und sie im gesamten Netzwerk kennzeichnen konnten.
Übergang zum Vollbetrieb
Mit dem Übergang des Systems zum Vollbetrieb werden alle Grenzübertritte von Nicht-EU-Bürgern digital erfasst, wobei an jedem Ein- und Ausreisepunkt biometrische Kontrollen durchgeführt werden.
Die Kommission erklärte, diese ersten Ergebnisse unterstrichen die Bedeutung des EES für die Stärkung der Grenzkontrollprozesse und trügen gleichzeitig zu einem effizienteren und sichereren Reiseumfeld im gesamten Schengen-Raum bei.
Flughäfen und Fluggesellschaften warnen vor zunehmendem Betriebsdruck

Während das System auf den Vollbetrieb zusteuert, äußern Branchenverbände erneut Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf den Betrieb.
ACI Europe und Airlines for Europe (A4E) haben darauf hingewiesen, dass die Wartezeiten an den Grenzkontrollen an Flughäfen in Spitzenzeiten bereits bis zu zwei Stunden betragen und mit einem weiteren Anstieg zu rechnen ist, sobald die vollständigen Registrierungsanforderungen in Kraft treten.
Die beiden Organisationen fordern die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die Möglichkeit einer teilweisen oder vollständigen Aussetzung der EES-Prozesse während der Hauptreisezeiten beizubehalten, und warnen, dass ohne eine solche Flexibilität die Gefahr besteht, dass Verzögerungen zum Systemproblem werden und sowohl das Passagiererlebnis als auch den Flughafenbetrieb beeinträchtigen könnten.




