
„Als Telefonnummern noch aus nur zwei Ziffern bestanden: Der Lebensmittelladen von Themistoklis Maltezos“
Das Schwarz-Weiß-Foto von Themistoklis Maltezos am Eingang seines Lebensmittelladens ist ein unschätzbares historisches Zeugnis eines Griechenlands, das unwiederbringlich vergangen ist.
Vor dem Hintergrund der Holzkisten, der geflochtenen Körbe voller frischer Produkte und einer klassischen Waage aus jener Zeit fängt dieses Bild das Wesen des alten Stadtviertels ein, als der Lebensmittelhändler nicht nur ein Händler war, sondern der Vertrauensmann für jeden Haushalt.
Der traditionsreiche Lebensmittel- und Obstladen von Th. Mantezos befand sich in der Panagi-Ireoti-Straße (der ersten Parallelstraße hinter dem Strand und dem Hafen, in der Nähe des traditionellen Fischmarkts der Insel).
Das beeindruckendste und historisch bemerkenswerteste Detail des Fotos befindet sich hoch oben auf der rechten Seite des Eingangs. Auf dem eleganten, länglichen Schild steht „Θ. ΜΑΛΤΕΖΟΣ – Tel. 21“.
Die zweistellige Telefonnummer versetzt uns zurück in die Anfänge der griechischen Telefonie, wahrscheinlich in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts, als die Netze noch begrenzt waren.
Damals gab es nur sehr wenige Abonnenten, man konnte sie an den Fingern abzählen.
Um den Lebensmittelladen anzurufen, hob man den Hörer ab, sprach mit der Telefonistin der örtlichen Vermittlungsstelle (der berühmten „Zentrale“) und bat um eine manuelle Verbindung mit der Nummer 21.
Zweistellige Rufnummern galten in Griechenland in der Vorkriegszeit und in der ersten Nachkriegszeit, bevor die rasante Urbanisierung die damalige Griechische Telekommunikationsgesellschaft (und später die OTE) dazu zwang, die Rufnummern auf 5, 6 und schließlich 7 Ziffern zu erweitern.
Auf dem Foto steht Themistokles Maltezos freundlich und stolz in seiner Tür, gekleidet in seinen gepflegten Pullover und sein Hemd – ein Erscheinungsbild, das von seinem Respekt gegenüber seinen Kunden zeugt.
Um ihn herum ist der Raum erfüllt von den Düften und Eindrücken jener Zeit. Auf der linken Seite dominiert die hängende Metallwaage, das Präzisionsinstrument schlechthin jener Zeit, auf der vor der Einführung des Kilogramms alles in Dram oder Oka gewogen wurde.
Auf dem Boden befanden sich die Strohkörbe und die handgefertigten Holzkisten mit den Erzeugnissen des Tages, während die gewebten Taschen und die Netze, die an der Wand hingen, auf die Käufer warteten.
Ein Werbeplakat mit dem Gesicht einer Frau an der Ladentür verleiht dem Ganzen einen Hauch der damaligen zeitgenössischen Ästhetik und des frühen Marketings.
Solche Fotos sind nicht nur Familienerbstücke, sondern auch Mosaiksteine der sozialen und wirtschaftlichen Geschichte unserer Region.
Sie erinnern uns an eine Zeit, in der das Leben noch gemächlicher verlief, in der die zwischenmenschlichen Beziehungen unmittelbarer waren und der tägliche Einkauf von Waren ein Ritual der Kommunikation und der Geselligkeit darstellte.
Der Lebensmittelladen von Themistoklis Maltezos mit der historischen Telefonnummer „21“ bleibt durch die Linse lebendig und erinnert uns an die Wurzeln des griechischen Unternehmertums.
Athen Magazin bedankt sich für den tollen Artikel
Copyright für Text und Foto bei Dionysis Papadimitriou
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Heute ist da ein Baumarkt drin. . .


